Lernen und gut autofahren

Wie bei vielen Dingen im Leben, gibt es einschneidende Erlebnisse, die man nie vergisst. Wer hat mir das Fahrrad fahren beigebracht? Das Schwimmen? Der erste Schultag entscheidet manchmal für Jahre, ob man sich wohl fühlt oder es eher eine „Zwangsbeglückung“ wird.

Anders ist das bei der Fahrschule. Hier kann man frei wählen, in wessen Hände man sich begibt. Auch hier kommt es oftmals auf den ersten Schritt an. Wie ist der Lehrer, die Lehrerin eingestellt? Welchen Lernansatz verfolgen sie? Wissen sie, was sie tun? Gibt es einen transparenten Aufbau?

Meine besten Ergebnisse habe ich mit einem ganzheitlichen Lernansatz erzielt. Diese besondere Art der Ausbildung bekommen Sie ansonsten nur hier:

 

Kategorie 3 des Durchfallens

Eustress ist besser als Distress

Kategorie 3:

Aufgrund Ihrer Lernbiografie  führt das zu einem negativen Ergebnis in der Führerschein-Prüfung.

Dabei gibt es zwei Gruppen von Prüflingen:

  • Menschen, die eher negative Erfahrungen in Prüfungen gemacht haben und
  • solche, die noch nie durch eine Prüfung gefallen sind.

Die negativen Erfahrungen der ersten Gruppe wirken auch in dieser Prüfung, weil unbewusst mit dem Scheitern gerechnet wird. Natürlich geht keiner, keine in eine Prüfung und sagt sich: „Ich tue jetzt alles, um durchzufallen.“ Meine Erfahrung ist es, dass aufgrund der Vorurteile, Familiengeschichte oder erlebter Situationen genau das passiert. Wird das im Vorfeld erkannt und geändert, steht einem positiven Ergebnis einer Führerschein-Prüfung nichts im Wege.

Die zweite Gruppe rechnet nicht damit, durchzufallen und lernt nun live und in Farbe, wie es sich anfühlt, zu scheitern. Das erweitert die Frustrationstoleranz der oftmals Einser-Schülerinnen und -Schüler, fühlt sich aber nicht gut an. Je weniger die Bereitschaft da ist, dies zu überwinden, desto höher ist die Energie, die benötigt wird.

Strategie:
Hier wird klar am MindSet gearbeitet, an den Einstellungen. So kommt man mit einer guten Strategie, die auch für andere Prüfung verwendet werden kann, zu dem bestmöglichen Ergebnis. Hier ist der größtmögliche Nutzen einer Persönlichkeitsentwicklung durch die Führerschein-Ausbildung gegeben.

Kategorie 2 des Durchfallens

Kategorie 2:

Durchfallen, weil Sie am System scheitern.

Schauen Sie sich dieses Video bezogen auf das Verhalten der beiden im Cockpit unter dem Aspekt eines Prüflings und eines Prüfers an. Interessant wird es ab Minute 1:05 mit den unterschiedlichen Strategien und wie es am Ende dann wechselt. Ich habe das so viele Male gesehen…

Das eigentliche Problem in der Prüfung ist der Lerntransfer – das Übertragen der theoretischen Kenntnisse in den praktischen Alltag. Durch die Umstellung von Fragebogen auf PC wurde das Medium getauscht, um Variantenfragen anzubieten. Das Problem der Umsetzung bleibt weiterhin bestehen. Theorie ist Wissensvermittlung, das Fahren ist Verhaltenstraining. Es ist ein Prozess, der nicht linear verläuft, sondern in Stufen. Die Lernplateaus sind das spannende daran.

Da Sie das System nicht ändern können, geht es nur mit einer Veränderung der Einstellung. Natürlich könnte ich noch mehr Systemfehler hier aufführen. Das ist jetzt aber nicht zielführend. Mit Einführung des Tablets in der praktischen Prüfung – auch wieder ein Tauschen des Mediums – weg vom Papier hin zum PC – wird sich das noch mehr herausstellen. Letztendlich ist es der Prüfer, die Prüferin, die die Fehler eingibt, die zum Durchfallen führen. Der PC spuckt nur das Ergebnis aus.

Strategie:
Hier muss die Anwendung des Wissens geübt werden.
Erst was Sie verstanden haben, können Sie auch umsetzen.

Der gefährlichste Systemfehler ist meiner Meinung nach die hohe Bewertung der Geschwindigkeit in der Prüfungsfahrt durch die Prüfer. Natürlich soll niemand durch die Gegend „schleichen“ und doch führt ein Anmahnen der Höchstgeschwindigkeit in der Prüfung zu dem Ergebnis: schnell = gut: Das ist das falsche Signal an den Prüfling und ist meines Erachtens auch der Grund für Unfälle von Fahranfängern. Wenn die Verbindung zwischen dem rechten Fuß und dem Kopf, sprich: Gehirn, funktioniert, gibt es keine Probleme. Dann gehe ich rechtzeitig mit dem Fuß vom Gas und habe Zeit genug gut und richtig zu reagieren.

 

 

Kategorie 1 des Durchfallens

Kategorie 1:

Sie sind nicht richtig vorbereitet – fachlich und/oder mental.

Im Gegensatz zu den bisherigen Prüfungen in Schule und Studium ist speziell die praktische Führerscheinprüfung die große Ausnahme unter den Prüfungen. Hier werden Entscheidungen in komplexen Situationen gefordert, die so vorher meist nicht trainert werden können. Ich kann eine Straße zehn mal hinunterfahren und auch zehn verschiedene Situationen erleben. Es ist also jedesmal gefühlt „neu“ und erfordert eine neue Entscheidung, was zu tun ist.

Menschen, die bisher wenig Entscheidungen in ihrem Leben getroffen haben, sind dann oftmals überfordert oder üben entweder in Fahrstunden oder in diversen Prüfungen, weil dies nicht erkannt wurde.

Strategie:
Hier ist geführtes Training an den unterschiedlichsten Stellen wichtig, damit nicht die Stelle als solches auswendig gelernt wird, sondern die Situation erkannt wird.

 

 

 

 

Die drei häufigsten Gründe, warum Menschen durch die Führerschein-Prüfung fallen

Meiner Erfahrung nach gibt es drei Gründe, weshalb die Prüflinge durch die Führerschein-Prüfung fallen:

  • 1. Sie sind nicht richtig vorbereitet – fachlich und/oder mental
  • 2. Sie scheitern am System
  • 3. Aufgrund Ihrer Lernbiografie.

Also ist „durchgefallen“ nicht einfach nur durchgefallen. Erst wenn die Ursache klar ist, kann an der Lösung gearbeitet werden. Oftmals reicht es nicht einfach nur Fahrstunden zu machen und wieder in die Prüfung zu gehen. Zumindest macht man es sich für zukünftige Prüfungen einfacher, jetzt daran zu arbeiten.

Sie wollen mehr darüber wissen? Dann lesen Sie in den nächsten Tagen weiter.

Angepasste Geschwindigkeit

Immer wieder gibt es in den Prüfungen unterschiedliche Auffassungen über die Wahl der Geschwindigkeit. Dazu muss man wissen, dass der Tag eines Prüfers, einer Prüferin auf 45 Minuten getaktet ist. Ich denke, das ist manchmal der Grund, warum es einem Prüfer zu langsam voran geht. Er hat noch was zu arbeiten und hinterm Steuer sitzt jemand, dessen Ziel es ist, vor allem richtig zu fahren. Es ist immerhin seine Prüfung. Menschen machen Fehler – ja. Ich frage mich immer wieder, ob es ein sooo großes Vergehen ist, wenn jemand nicht die Höchstgeschwindigkeit fährt. Und: Was sagt das über die Impulskontrolle desjenigen aus, der dies anmahnt?

Ich werde mir auch in hundert Jahren noch damit schwer tun, die Fahrschüler zum Fahren anzutreiben und darauf zu dringen, die Höchstgeschwindigkeit als „angepasste Geschwindigkeit“ auszubilden. Es ist keine Mindestgeschwindigkeit, denn dann wäre das Verkehrszeichen blau. Hier diskutiert dann der Prüfer auf der Ebene eines Teilnehmers im Punkte-Seminar. Das finde ich schade.

Jede, jeder, der noch nie durch eine Prüfung gefallen ist, obwohl er sich gut vorbereitet hat, weiß wie es sich anfühlt. Oder in einem anderen Fall, wenn die unmittelbare Zukunft davon abhängt, ob diese Führerscheinprüfung bestanden wird oder nicht. Dann den Prüfling wie eine Maschine zu betrachten, die zu funktionieren hat, finde ich schlichtweg FALSCH. Es sind Menschen, die da sitzen – keine Maschinen oder Roboter.

Runter vom Gas

Ich werde immer wieder gefragt, warum es für viele Autofahrende so schwierig ist, die Höchstgeschwindigkeit gerade in der Stadt einzuhalten. Wohlgemerkt: die 50 km/h sind
eine Höchstgeschwindigkeit, keine Mindestgeschwindigkeit!

In all den Jahren habe ich es immer wieder erlebt, dass der Zeitplan des Prüfers oder seine persönliche Wahl der Geschwindigkeit das Hauptkriterium seiner Entscheidung in der Führerscheinprüfung ist. Die Fahrschülerinnen und Fahrschüler steigen dann mit dem Gefühl
aus: schnell ist gut. Sie bekommen eine positive Rückmeldung, wenn sie schnell genug gefahren sind. Oder eben einen Rüffel oder ein Prüfprotokoll, in dem folgendes steht: Zitat: „zu langsam“ – und eingekreist war Autobahn – über Land – Stadt und weiter „wird bei Gegenverkehr extrem langsam“. Dabei handelte es sich nicht etwa um eine breite und gut ausgebaute Straße auf der man mit Sichtweite fahren kann, sondern  eine schmale Straße, bei der nur auf halbe Sicht gefahren werden darf. Und wenn dann Gegenverkehr kommt, der nicht vom Gas geht, ist es für einen Anfänger hilfreich, lieber mal langsamer zu werden und ggf. anzuhalten. So steht es in
der StVO und so wird es auch gelehrt. Nur in der Prüfung machen die Anfänger immer mal
wieder eine andere Erfahrung, leider. Da sollen sie auf Geschwindigkeit gebracht werden.
„Fahren sie doch mal!“ – „Hier können sie 50 fahren!“ sind noch die netteren Aussagen.

Und das setzt sich leider im Alltag durch. Bei den Aufbauseminaren für Fahranfänger war noch nie jemand, der zu langsam gefahren ist. Zu Rot, zu nah und zu schnell sind die hauptsächlichen Auffälligkeiten.

Ich wünsche mir, dass das Hauptkriterium für die Führerschein-Prüfung weg von der Geschwindigkeit führt.  Dafür ist es meiner Meinung nach auch notwendig, eine andere Zeitqualität für die Prüfer zu erreichen. Dann sagen sie nicht – gehetzt von ihren Terminen – solche Aussagen wie „Fahren sie doch mal!“, um die Prüflinge gleich am Anfang auf Geschwindigkeit zu bringen.

Dann führt runter vom Gas zu einer positiven Rückmeldung an die Prüflinge und setzt sich auch im Alltag fort. Dieses unterschwellige Lernen durch den Prüfer ist ein Aspekt, der leider noch viel zu wenig bewusst ist und deshalb auch zu selten angewendet wird.

Was ist der entscheidende Unterschied zwischen Theorie und Praxis?

Nach meiner Erfahrung liegt der entscheidende Unterschied zwischen Theorie und Praxis daran, dass die einen eine Methode gefunden haben, sich Wissen anzueignen. Was nicht heißt, dass ihnen diese Methode bewusst ist und sie diese auch aktiv anwenden können. Aber sie haben eine Methode.
Die anderen haben meist in der Schule wenig Bestätigung erhalten und haben sich eher im praktischen Bereich, im Verhalten, ihre Anerkennung geholt, weil sie hier erfolgreicher waren. Sei es im Sport, in der Musik oder Kunst, beim Arbeiten mit Menschen und im sozialen Bereich. Es ist eher eine praktische Intelligenz durch die sie sich auszeichnen. Howard Gardner spricht in seinem Buch Multiple Intelligenzen“ von verschiedenen Intelligenzen. Siehe dir bitte auch weiter unten den Beitrag vom 13.02.2017 an.

Um das Wissen,  die Theorie zu erlernen benötigt man andere Voraussetzung als für das Training eines Verhaltens, die Praxis. Deshalb sind Theorie und Praxis auch zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe. Eine große Rolle spielen dabei:

  • die Zeit, die zur Verfügung steht,
  • ein entsprechendes Maß an Frustrationstolerenz und auch
  • die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und gegebenenfalls diese wieder zu ändern.

Meiner Erfahrung nach hören die meisten, die negative Erfahrungen gemacht haben, kurz vor dem Ziel auf. Es bedarf eines nochmaligen Sammeln der Kräfte und einer Fokusierung aufs Ziel.

Natürlich ist das nur eine Methode, um Ziele zu erreichen. Das Umsetzen bringt den Unterschied. Und dann fährt man ins Ziel. Als ob es garnicht anders geht. Probiert es aus.

Das Lernplateu in der Ausbildung

In der Führerschein-Ausbildung gibt es immer wieder bestimmte Abschnitte, die von jedem, von jeder in einem unterschiedlichen Tempo durchlaufen werden. In der Lernpsychologie spricht man von einem Lernplateau. Das Ziel ist es, das Plateau lieben zu lernen, denn es zeigt, dass Lernen stattfindet.
Das Problem daran ist, dass es sich nicht gut anfühlt, wenn man sich auf dem Plateau befindet. Es geht nicht voran. Manchmal sogar noch ein Stück zurück, bevor man den nächsten Schritt nach oben macht. Dann läuft es auf einmal „wie Lottchen“ und die Freude ist groß. Bis zum nächsten Lernplateau. Dabei werden im Gehirn die Netzwerke ausgebaut: von Trampelpfad zu Weg, vom Weg zu Straße und von der Straße zur Datenautobahn. Es ist natürlich klar, dass Abläufe wie runterschalten vor der Kurve bei einer Datenautobahn viel schneller gehen.

Der Grund dafür sind die  Lesen Sie weiter